presse spende vom tuerkischen schulverein

Baris Öztürk, Josef Hartmann und Mahmut Pervaneli (von links)

Am Sonntag endete für Muslime die Fastenzeit Ramadan. Üblicherweise wird deren Abschluss des Fastens mit einem großen Fest gefeiert, an dem sich Familien und Freunde zum gemeinsamen Essen treffen. Aufgrund der Corona-Einschränkungen war dies nicht möglich. Der Vorstand des Türkischen Schulelternvereins Gaggenau initiierte bei seinen 120 Mitgliedern und Freunden eine Spenden-Aktion für die Gaggenauer Tafel, berichtet Ulrike Tobisch-Kohlbecker. "Die Spendenbereitschaft war sehr groß und wir schätzen Ihre Arbeit", versicherten Vorsitzender Mahmut Pervaneli und sein Stellvertreter Baris Öztürk. Sie überreichten Josef Hartmann, dem Leiter der Gaggenauer Tafel, einen Scheck in Höhe von 1.520 Euro. Dieser bedankte sich mit großer Freude im Namen der Tafelkunden. "Wir können diese Spende derzeit sehr gut gebrauchen, denn es kommen jetzt in Corona-Zeiten mehr Menschen zum Tafelladen." Die beiden Vorsitzenden nutzten die Gelegenheit, um die Einrichtungen der Tafel, die für die Region von Bischweier bis Forbach und Loffenau zuständig ist, zu besichtigen.

Gaggenauer Tafelladen beginnt wieder mit Verkauf unter strikten Vorkehrungen vor und im Gebäude

presse tafelladen oeffnet wieder 

Die erste Kundin: Im Gaggenauer Tafelladen geht ohne Mund- und Nasenschutz nichts. Auf unbestimmte Zeit sind die Öffnungszeiten verändert.

Drinnen wird kräftig mit behandschuhten Händen angepackt. Draußen warten schon lange vor der Wiedereröffnung des Tafelladens eine Vielzahl von Kunden. Veränderte Vorzeichen herrschen wie in anderen Geschäften auch hier. Doch das nehmen die Menschen, die hier meist regelmäßig einkaufen kommen, offenbar gerne in Kauf. Stühle stehen bereit, eigens so aufgestellt, dass von den Wartenden ganz automatisch der erforderliche Sicherheitsabstand eingehalten wird. Denn nicht nur drinnen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Auch auf dem Vorplatz sorgen Leiter Josef Hartmann und sein Team dafür, dass potenzielle Risiken so gering wie möglich gehalten werden. Immer nur einzeln werden Kunden eingelassen, damit nicht alle an der gleichen Stelle aufeinanderprallen. Stück für Stück dürfen die nächsten hinein, maximal vier. "Ältere Damen zuerst", so erklärt er vor der Tür, wo Menschen - fast ausnahmslos mit Masken ausstaffiert - bereits warten. "Es gibt sehr viel Ware", erklärt er. Denn fürs erste werde es geänderte Öffnungszeiten geben. In dieser Woche etwa an nur einem Tag.

Auch in der kommenden Woche soll das so sein. Wenn jedoch alles glatt laufe und die Nachfrage das erfordere, werde man das möglicherweise wieder ändern. Drinnen hat das ebenfalls vermummte Team alles appetitlich hergerichtet. Die Frischware wurde etwa verpackt. Damit alles schnell und hygienisch vonstatten gehen kann, muss allerdings auf die Selbstbedienung verzichtet werden. Für die Kunden ist das kein Problem, wie sich zeigt. Hauptsache ihre Tafel ist wieder am Start. Nach und nach tröpfeln die sorgsam ausgebremsten Besucherströme in den Laden, kaufen in erster Linie Frischwaren. Haltbares ist Mangelware, erklärt Josef Hartmann. Zucker, Mehl und auch Öl sind sehr begehrt. "Haben wir aber leider nicht da", bedauert er. Klar wäre es toll, wenn sich Spender finden würden, die der Tafel finanziell aber auch mit derartigen Sachspenden beistehen, antwortet der Leiter auf Nachfrage. Diese könne täglich angeliefert werden. "Zwischen 9 und 11 Uhr ist immer jemand hier." Auch könne auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen werden.

Große Sorge hatte dem Team allerdings zuletzt der Mitarbeiterstab gemacht, von dem einige Mitglieder Corona-bedingt Abstand nahmen. "Verständlicherweise. Denn die meisten von uns gehören altersmäßig der besonderen Risikogruppe an." Dass ein paar Jüngere dazugestoßen sind, hat die Lage nun ein wenig entspannt. Auch die veränderten Regeln sorgen für Erleichterung. Ab sofort wird auf unbestimmte Zeit pauschal am Eingang pro Einkauf ein Betrag von drei Euro erhoben. Dadurch entfällt die Risikozone "Kasse". Klar, weiß Josef Hartmann, dass auf diese Weise alles ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Aber zumindest sei der Laden endlich wieder offen. Auch bei den Kunden scheint das angekommen zu sein. Fast alle tragen Masken, wer keine hat, der kann eine zum Preis von einem Euro erwerben. Denn ohne geht hier in der nächsten Zeit gar nichts.

Voraussichtlich nach 19. April

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Rolf Grimm (links) und Horst Lang bei der Übergabe der Spenden vor dem Gaggenauer Tafelladen.

Zum Glück hatte der vorgezogene Osterhase Gehilfen, denn diese umfangreiche Spende an haltbaren Lebensmitteln wie Kaffee, Zucker, Mehl, Tee, Öl, Essig, Schokolade und vieles mehr sowie Kosmetikartikel für die Gaggenauer Tafel konnte nur im Auto transportiert werden. Verantwortlich für die Lieferung zeigten sich Rolf Grimm aus Gernsbach zusammen mit einem ehemaligen Tafel-Mitglied aus Weisenbach sowie Jutta und Horst Lang aus Ottenau, die noch 500 Euro dazu gaben.

Mit Flyern machte Grimm Stammtischkollegen, Freunde und Nachbarn auf die Idee aufmerksam, die Tafel in diesen schweren Zeiten mit Lebensmitteln zu versorgen. Und alle machten mit. Die Tafelkunden werden es ihnen danken. Diesen Dank sprach Josef Hartmann, Leiter der Gaggenauer Tafel, dem Spender-Team aus und teilte mit, dass der Tafelladen "eingeschränkt-kontaktarm" voraussichtlich in der Woche nach dem 19. April geöffnet wird. Wann genau und wie, wird das Team der Tafel nach Angaben von Ulrike Tobisch-Kohlbecker kommunizieren. Da die Helfer der Tafel meist dem Kreis der "Risiko-Gruppe" angehören, sind Jüngere gerne gesehen. Anmeldung mit Namen und Telefon-Nummer unter 07225/6396346 (Anrufbeantworter).

Spende der Edeka-Märkte in der Region

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Abholung der Tüten in Oberndorf. Herbert Steger, Leiter EKZ, Jakob Milich, Tafel-Lagerleiter Jürgen Schönfuß, zweiter Vorsitzender Murgtal-Tafel (von links).

Zur rechten Zeit kommen die Spenden der Edeka-Märkte in der Region: 225 Tüten konnte die Gaggenauer Tafel im EKZ-Center Oberndorf, bei Huck (Gaggenau) und bei Fitterer in Weisenbach abholen. Die Kunden dieser Märkte zahlten fünf Euro pro Tüte. Zusätzlich unterstützte die Firma Fitterer mit 20 Kisten Lebensmitteln, die unter anderem auch in die Tüten verpackt wurden: Zucker, Salz, Nudeln, Reis, Kartoffelpüree und Schokokekse. Der Gaggenauer Tafelladen ist geschlossen, doch registrierte Tafelkunden können anrufen, wenn sie in Not geraten, um haltbare Lebensmittel yu erhalten, unter (07225) 6396346 (Namen, Ausweis- und Telefonnummer angeben, um die Abholung oder Überbringung zu vereinbaren). Die Verantwortlichen der Gaggenauer Tafel weisen darauf hin, dass Frischware derzeit nicht geliefert werden kann. Der Einzugsbereich der Gaggenauer Tafel erstreckt sich von Bischweier bis Forbach und Loffenau. "Wir hoffen, dass unsere Tafelkunden sich bis zur Wiedereröffnung des Tafelladens in der Unimogstraße ausreichend selbst versorgen können", heißt es in der Mitteilung abschließend.

Neues Kühlfahrzeug in Dienst gestellt / 44.000 Euro investiert - dank vieler Spenden

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Fahrdienstleiter Jürgen Schönfuß und Michael Axt als Vertreter der Firma Wackenhut stellen das neue Tafelfahrzeug in Dienst.

Von einem "coolen Flitzer", der in Betrieb genommen werden kann, sprach der Vorsitzende der Gaggenauer Tafel, Josef Hartmann. An die 44.000 Euro kostete das neue Kühlfahrzeug, das am Dienstag im Rahmen einer kleinen Feierstunde seiner Bestimmung übergeben wurde. Die größte Einzelspende mit 15.000 Euro machte die Volksbankstiftung Baden-Baden Rastatt. Das über weitere Spenden der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, der Daimler AG und Hurrle Spezialtransporte, dem Murgtalbasar sowie der Städte Gaggenau und Gernsbach finanzierte Fahrzeug ist für die Arbeit der sozialen Einrichtung von großer Bedeutung.

Die Liste der Sponsoren ist ein Spiegelbild der unterschiedlichsten Institutionen und Organisationen des Murgtals, meinte deshalb der Vorsitzende: "Dass wir den Kauf eines neuen Fahrzeugs gut und problemlos realisieren konnten, verdanken wir Ihnen, liebe Sponsoren. Dank Ihrer großzügigen, schnellen und unbürokratischen Hilfe können wir heute das neue Fahrzeug, einen "coolen Flitzer", in Betrieb nehmen."

Zehn Jahre leistete das Vorgängermodell den Tafelmitarbeitern wertvolle Dienste beim Abholen der vom Lebensmittelhandel angebotenen Waren. Mit diesem wurden an die 1.000 Tonnen Lebensmittel transportiert. Mehr als 100.000 Kilometer hat das außer Dienst gestellte Fahrzeug auf dem Tacho, was man diesem nicht ansieht. Hartmann versprach, dass der Neue genauso pfleglich behandelt werde wie sein Vorgänger. Als "absolute Notwendigkeit" bezeichnete der Tafelvorsitzende das neue Fahrzeug. Denn nur so könne die Organisation eine lückenlose Kühlkette garantieren - und damit für die Tafelbesucher ein qualitativ hochwertiges Lebensmittelangebot.

Rund 11.000 Arbeitsstunden leisten die rund 70 ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter jährlich. Gezählt werden aktuell 180 Personen, die berechtigt sind, die Einrichtung zu nutzen. Vor Jahren, so Hartmann, waren es noch 300 Menschen, die in den Genuss der Lebensmittel von der Tafel kamen. Die Differenz erklärt sich durch den Rückgang an Asylbewerbern.