Zahl der Kunden im Tafelladen steigt um 50 Prozent / Keine Ausschreitungen bei Warenausgabe

Futterneid, ausgefahrene Ellenbogen an der Lebensmitteltheke und Fremdenfeindlichkeit: Was sich in manchen Städten Deutschlands in Tafelläden abspiele, gelte nicht für den in Gaggenau, berichtet Josef Hartmann. Er ist Vorsitzender des Vereins Murgtal-Tafel Gaggenau und verantwortlich für den Laden am Bahnhofsvorplatz. Hartmann stellt allerdings auch fest: "Durch den Flüchtlingszuzug ist die Anzahl der Kunden um rund 50 Prozent gestiegen."

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Jeden Dienstag und Freitag öffnet die Gaggenauer Tafel ihren Laden für Bedürftige. Alles in ihm ähnelt einem normalen Supermarkt: Einkaufskörbe stehen bereit, um Obst und Gemüse, Nudeln und Milchprodukte darin zu transportieren. In einer Ecke des Ladens steht eine große Theke mit Backwaren vom Vortag. Und ehe die Kunden den Laden verlassen, müssen sie ihre Produkte an einer Kasse bezahlen. Bisher kamen an den beiden Tagen jeweils 50 Menschen aus dem Einzugsgebiet Bischweier über Forbach und Loffenau. Mit den Flüchtlingsunterkünften im Murgtal habe sich die Anzahl an Tafelkunden nun fast verdoppelt. Von den gültigen Ausweisen, die zum Einkauf berechtigen, sind laut Hartmann derzeit 55 Prozent auf ständige Bewohner des Tafel-Einzugsgebiets ausgestellt und 45 Prozent auf Flüchtlinge. "Zur Hälfte haben die, die zu uns kommen, auch noch Familie. Das heißt 300 bis 400 Personen mehr profitieren vom Einkauf", erklärt Hartmann, dessen Verein 70 Ehrenamtliche beschäftigt.

So strukturiert, wie es derzeit im Tafelladen zugehe, sei es nicht immer gewesen. Zu Beginn der Flüchtlingskrise wurde auch vor dem Gaggenauer Laden gedrängelt, um am schnellsten an die Lebensmittel zu kommen. "Der Personenkreis ist es gewohnt zu drängeln, um irgendwo reinzukommen", meint der Vorsitzende und weist auf die Anreisesituation der Flüchtlinge hin. Die Mitarbeiter der Tafel haben daraufhin einen Plan ausgearbeitet. Die Bedürftigen wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine kommt um 13 Uhr, die andere eine Stunde später. Die ehrenamtlich tätigen Markthelferinnen, die zu dritt jeweils die Kunden bedienen, haben Nummer-Karten angefertigt - von eins bis 50 -, die sie durchmischen und dann unter den Wartenden verteilen. Nach und nach dürfen sie dann den Laden betreten: "So kommt jeder mal als Erster dran", freut sich Ulrike Tobisch-Kohlbecker über das gut funktionierende System. Sie ist bei dem Gaggenauer Tafelverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Noch gebe es für jeden Kunden ausreichend Lebensmittel, "doch wir sind im Grenzbereich", sagt Hartmann, der 2010 die Leitung übernommen hat. Die Verpflichtung zur Anschlussunterbringung der Flüchtlinge werde sich auch künftig bei der Tafel bemerkbar machen.

Während viele Tafeln Dolmetscher fordern würden, könnten sich die Gaggenauer und die Flüchtlinge auch gut mit Gebärdensprache verständigen. Zudem überlegen die Mitarbeiter, durch Piktogramme die Lebensmittel zu kennzeichnen. An der Kühltheke könnte dann ein Bild eines Schweins als Warenkennzeichnung angeklebt werden. Dringender als einen Dolmetscher bräuchte der Verein Sachspenden. Denn anders als Kleiderkammern, die mitunter gut gefüllt sind, sei die Spendenbereitschaft der Bevölkerung gegenüber den Tafelläden bisher nicht gewachsen, so Hartmann. Das hat zur Folge, dass immer mehr Menschen auf eine gleichbleibende Menge an Lebensmitteln zurückgreifen müssen. Der Verein würde sich deshalb insbesondere über gespendete Lebensmittel freuen, die ein langes Haltbarkeitsdatum haben wie Mehl, Reis, Kaffee oder Konserven.

Mit dem Ergebnis von 374 Tüten für die Gaggenauer Tafel, Murgtal Tafel Gaggenau, endete die dritte Edeka-Südwest-Sammelaktion, an der sich Huck in Gaggenau und Hörden, Fitterer in Weisenbach und Treff in Gaggenau sowie das EKZ Kuppenheim beteiligt haben.

Allein 165 Tüten konnte der Tafel-Wagen im EKZ abholen, wo sich Josef Hartmann, Vorsitzender des Tafelvereins, bei Nicolai Bär, dem Center-Leiter bedankte. Verantwortlich für die Durchführung der Aktion im EKZ waren die beiden Auszubildenden Nadja Frizorgher und Ismail Karalan.

In den Tüten, die die Kunden für fünf Euro zugunsten der Tafel kauften, waren Lebensmittel wie Gemüsebrühe, Bohnen Tomatensuppe, Pflanzenöl und Schokolade. Edeka Südwest spendet zusätzlich zur Aktion 25 000 Euro an die Tafeln. In Anerkennung "des vorbildlichen Einsatzes des Engagements der Edeka-Kaufleute und des Handelsunternehmens" überreichte Rolf Göttner, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Baden-Württemberg, kürzlich den "Tafel-Teller 2014" an das Unternehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit dem Ergebnis von 374 Tüten für die Gaggenauer Tafel, Murgtal Tafel Gaggenau e.V., endete die dritte EDEKA-Südwest-Sammelaktion, an der sich Huck in Gaggenau und Hörden, Fitterer in Weisenbach und Treff in Gaggenau sowie das EKZ Kuppenheim beteiligten. Allein 165 Tüten konnte der Tafel-Wagen im EKZ abholen, wo sich Josef Hartmann, Vorstand des Tafel-Vereins, bei Nicolai Bär, dem Center Leiter bedankte. In den Tüten, die die Kunden für 5 Euro zugunsten der Tafel kauften, waren Lebensmittel wie Gemüsebrühe, Brechbohnen, Tomatensuppe, Planzenöl, Spaghetti, und Schokolade. EDEKA-Südwest spendet zusätzlich zur Aktion 25.000 Euro an die Tafeln. In Anerkennung "des vorbildlichen Einsatzes des Engagements der EDEKA-Kaufleute und des Handelsunternehmens" überreichte Rolf Göttner, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Baden-Württemberg e.V., kürzlich den "Tafel-Teller 2014" an das Unternehmen.

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Auf dem Bild v.l.: Josef Hartmann, Vorsitzender der Gaggenauer Tafel, Nadja Frizorgher, Auszubildende, Nicolai Bär, EKZ Center-Leiter

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Mit einer Universal-Spülmaschine für Gewerbebetriebe ist die Gaggenauer Tafel, Murgtal Tafel Gaggenau, mit einem wichtigen Gerät ausgerüstet worden. Endlich können die Lebensmittelkisten, die für den Transport und für die Auslagen im Tafelladen benötigt werden, maschinell gesäubert werden. Bislang mussten die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel die Kisten mit dem Hochdruckreiniger säubern; in warmen Jahreszeiten war dies kein Problem, allerdings gestaltete sich im Winter das Reinigen äußerst problematisch und für die Mitarbeiter kaum zumutbar. Die Spülmaschine garantiert nun nicht nur eine ergonomisch vereinfachte Beschickung sondern insbesondere eine einwandfreie Hygiene für den Einsatz der Kisten. Auf dem Foto bestücken Jakob Milich und Gudrun Herzog von der Gaggenauer Tafel die neue Spülmaschine.

presse hurrle

"Die Firma Hurrle ist einer unserer größten Spender", unterstrich der Vorsitzende der Gaggenauer Tafel, Josef Hartmann, bei der Spendenübergabe durch Geschäftsführer Ferdinand Hurrle. Seit Jahren sponsert die Fachfirma aus Ottenau die komplette Entsorgung, die bei der Gaggenauer Tafel anfällt. In diesem Jahr rundete Hurrle die Summe auf 4.000 Euro auf. "Ohne diese Zuwendung könnten wir unser Preisniveau nicht halten, und der Kunde würde dies unmitelbar am eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen", verdeutlichte Hartmann die Notwendigkeit der großzügigen Spende. Geschäftsführer Ferdinand Hurrle betonte, dass sein Unternehmen der Tafel seit deren Gründung wohlwollend gegenüberstehe. Die fachgerechte Entsorgung der Tafel-Abfälle kosten den Arbeitkreis, der im DRK-Gaggenau integriert ist, jährlich mehrere tausend Euro.