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"Herzlich Willkommen", so heißt es in der Gaggenauer Tafel für Bedürftige neuerdings auch für die Flüchtlinge, die bereits im Murgtal, insbesondere in Gernsbach, Wohnraum gefunden haben. Für das Ausweis-Team der Tafel unter Leitung von Christian Ott ist das eine große Herausforderung: Fahrt zu den Unterkünften um die Daten aufzunehmen, Erläuterungen abgeben, informieren und Ausweise ausstellen, um im Tafelladen einkaufen zu können. Gefordert sind auch die fünf Marktleiterinnen, Heidemarie Rahner, Franziska Milich, Heidi Horcher, Angelika Maier und Bettina May im Tafelladen in der Bahnhofstraße 2. Statt durchschnittlich 50 Kunden ist die Zahl bereits auf 70 geklettert und wird sicherlich noch weiter steigen. 

Die gesteigerte Nachfrage bedeutet auch Mehrarbeit für den Fahrdienst unter Leitung von Jürgen Schönfuß. Tagtäglich müssen die Waren bei den Spendern (Discounter, Lebensmittelhändler und Bäckereien) abgeholt und in die Unimogstraße 1 gebracht werden, wo sich Sortierungsstelle und Lager befinden. An den Öffnungstagen, dienstags und freitags, stehen Transportfahrten zum Tafelladen in der Bahnhofstraße an. Jakob Milich, Leiter des Technischen Dienstes, wäre froh, wenn sich weitere Ehrenamtliche finden könnten, um beim Sortieren der ankommenden Waren morgens für ein bis zwei Stunden zu helfen. Werktäglich werden die Waren geprüft und sortiert, um entsprechend den Lebensmittel-Vorschriften am Tafelladen verkauft zu werden. Der Preis: zehn bis 15 Prozent des regulären Verkaufspreises. Oft gibt es dank großzügiger Sponsoren auch Sachspenden für die Kunden und deren Kinder. 

Für die Gaggenauer Tafel beginnt ab dem 1. Januar 2015 eine neue Phase. Sie wird in Zukunft von einem eigenständigen Verein getragen, der im Vereinsregister unter dem Namen "Murgtal Tafel Gaggenau e.V." geführt wird, wobei das alte Tafel-Logo "Gaggenauer Tafel" erhalten bleibt. Mit der Vereinsnamensgebung kommt zum Ausdruck, dass die Gaggenauer Tafel für das gesamte Murgtal von Bischweier bis Forbach und auch für Loffenau zuständig ist. Nach der einvernehmlichen Trennung von der Rastatter Tafel im April 2009 hatte die Gaggenauer Tafel als selbstständiger Arbeitskreis im DRK-Ortsverein Gaggenau e.V. Unterkunft gefunden. Nun ist sie "flügge" geworden und kann alleine weiterarbeiten. Dem DRK-Ortsverein und insbesondere dem Vorsitzenden Horst Neuendorf gebührt ein herzliches Dankeschön.

Die Gaggenauer Tafel wird, obwohl ehrenamtlich tätig, wie ein kleiner Mittelbetrieb geführt: Über 70 Ehrenamtliche sowie zwei Arbeitskräfte auf Minijob-Basis, 2 €-Jobber und Sozialdienstleistende wollen immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingesetzt sein. Personalverantwortlich für die nicht ehrenamtlich Tätigen ist Hansjürgen Zink. Josef Hartmann leitet das Tafel-Team und ist auch Vorsitzender des Vereins. Unter anderem erstellt er zusammen mit den Budget- und Buchhaltungs-Zuständigen, Waltraud Hartmann und Birgit Purkl, den Wirtschaftsplan. Nach diesen Zielvorgaben wird gearbeitet. Heinrich Konrad hat die Schriftführung übernommen. Damit die Bevölkerung über die Arbeit der Tafel aktuell unterrichtet wird, ist Ulrike Tobisch-Kohlbecker, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, im Einsatz. Sie berichtet an die Presse, die dankenswerterweise immer wieder die Tafel thematisiert. 

Ganz sicher ist: Die Gaggauer Tafel wird ihre Aufgaben auch künftig mit viel Zuwendung an ihre Kunden erledigen. Ohne das bürgerschaftliche Engagement der tatkräftigen Ehrenamtlichen und ohne die Warenspenden der Lieferanten sowie die großzügigen Geldspenden vieler Betriebe und Gaggenauer Bürgerinnen und Bürger wäre diese Einrichtung nicht lebensfähig udn viele Bedürftige im Murgtal ohne diese Unterstützung.